Konzertberichte

Ruhig darf auch mal sein: Das war die Fête de l‘unpluggedique 2023

Am Samstag, den 14. Januar 2023 fand die diesjährige Fête de l‘unpluggedique im Haus der Jugend statt. Es spielten Burn, Naked Roommates, Maximilian Scheer und JCK.

| Text: Dana Heuving, Bilder: Christian Siemer, Musikbüro Osnabrück e.V.

Wie in jedem Jahr fand auch 2023 die Fête de l‘unpluggedique statt, eine Veranstaltungsreihe des Musikbüro Osnabrück in Kooperation mit dem Haus der Jugend.

An diesem regnerischen 14. Januar kommt der gemütlich gestaltete Große Saal des Haus der Jugend gerade recht. Mit Sofagarnituren und weiteren Sitzgelegenheiten, einer kleinen Bühne vor der eigentlichen Bühne und einem auf die Leinwand projizierten Kaminfeuer wird dieser in eine heimelige Atmosphäre getaucht. So können die Besucher*innen behaglich den vier Acts des Abends lauschen.

Zuerst stellt Jessica Kimmich aus Quakenbrück – auch JCK genannt – dem Publikum ihre Songs vor. Insgesamt sind diese eher ruhig. JCK ist mit ganzem Herzen bei der Sache, das merkt man. Ihre Lieder hat sie größtenteils selbst komponiert; auf deutsch und englisch und poppig angehaucht bereitet sie die Besucher*innen mit ihrer Gitarre auf die folgenden Acts vor.

Nach JCK betritt Maximilian Scheer aus Vechta die Bühne. Auch er ist allein mit seiner Gitarre unterwegs. Im Paisley-Hemd, das seiner Meinung nach über die Feiertage zu eng geworden ist, und mit Trilbyhut auf dem Kopf, kommt Scheer optisch schonmal mit hohem Wiedererkennungswert daher. Den Hut allerdings nimmt er nach nur zwei Songs ab. Die Begründung: weil es zu warm wurde. Nicht unberechtigt, denn obwohl er nur seine Stimme und Gitarre nutzt, geht es ganz schön heiß her auf der Bühne. Dem Publikum wird ordentlich eingeheizt. Maximilians Punk-Ursprung macht sich bemerkbar, sein Deutschrock und die raue Stimme laden automatisch zum Fußwippen ein. Gefühlvolle Worte zu schnellen Akkorden stimmen die Besucher*innen auf die kommende Band ein.

Langsam wird es eng. Die Naked Roommates, ihrerseits erst kürzlich zum zweitplatzierten Act des Rock in der Region 2022 Wettbewerbs erkoren, tragen ihre Stücke größtenteils zu viert vor. Nur für eine emotionale Ballade räumen Bassist und Schlagzeuger das Feld. Sängerin Merle überzeugt mit klarer, gefühlvoller Stimme; und auch ihre musikalische Unterstützung ist mit Leidenschaft dabei. Die Band harmoniert trotz ihrer noch so jungen Karriere. Mein Eindruck ist, dass sie etwas schüchtern agieren und leider erst gegen Ende des Konzerts auftauen. Als dann ihr letzter Song des Abends „17 again“ ertönt, animieren sie sogar das Publikum zum mitmachen.

Als Headliner des Abends darf Burn das Publikum verzaubern. Die Band gibt es bereits seit mehr als einem Vierteljahrhundert. Am 11. März 2023 holen sie dann endlich auch mit dreijährigem Verzug die lange geplante, große Party zu ihrem 25. Geburtstag in Münster nach. Das langjährige Miteinander macht sich auch auf der Bühne bemerkbar: professionelles Auftreten, gekonnte Dramatik. Sowohl die Stimme des Sängers, als auch Komposition und Erscheinung erinnern mich hier stark an The Cure – spricht die Band selbst in ihrem Pressetext doch von einer „Melange aus Alternative Rock, veredelt mit einem verführerischen Hauch bittersüßer, catchy Achtziger-Romantik.“ Fazit: Passt. Konträr zu ihrem restlichen Set beenden sie den Abend mit einem eher ruhigen Lied.

Abwechslungsreiche Acts, behagliche Stimmung, schöne Musik: Die Fête de l‘unpluggedique ist auch 2023 wieder ein gelungener Konzertabend.